Dr. Angelika Kroker    Weiterbildungsveranstaltungen     Angelika.Kroker@t-online.de   


Das alte Dorf (I)
Strukturen ländlichen Lebens in Niedersachsen vor 1800

Seit dem Spätmittelalter entwickelte sich in den Dörfern des nordwestdeutschen Raums eine spezifische Lebens- und Wirtschaftsform, die oft mit den Schlagworten "Grundherrschaft" und "Meierrecht" gekennzeichnet wird. Diese über Jahrhunderte bewährte und weiterentwickelte Form der Agrarverfassung wurde erst durch die durchgreifenden Reformen des 19. Jahrhunderts abgelöst.

Dieses Seminar wendet sich an Heimat- und Familienforscher, Regional- und Lokalhistoriker und alle historisch interessierten Bürgerinnen und Bürger. Besondere Vorkenntnisse werden nicht vorausgesetzt.

Welche Abhängigkeiten bestimmten das Leben der ländlichen Bevölkerung im Zeichen der Grund-, Guts- und Leibherrschaft? Welche Dienste und Abgaben mssten die Bauern an ihren Grundherrn leisten? Welche Rechte schützten sie gegen die Vertreibung vom Hof (Abmeierung)? Welche Freiheiten ergaben sich durch die Bauernschutzpolitik der Landesherren, und wie teuer wurden sie durch Steuern, Zinse und Zehnten erkauft?

Welche Bedeutung hatte die Einteilung der bäuerlichen Bevölkerung in die verschiedenen Bauernklassen (Meier, Köthner, Brinksitzer, An- und Abbauer)? Wie unterschieden sich die Vermögens- und Lebensverhältnisse der Großbauern von denen der Kleinstellenbesitzer, die auf zusätzliche Einnahmen durch Tagelohn, gewerbliche Heimarbeit (z.B. Weberei) oder ländliches Handwerk angewiesen waren? Welche Chancen hatten Gesinde und Häuslinge, Hirten und Bettler?

Wie "frei" waren die Familien bei der Regelung des Erbrechts und der Eheschließungen, der Hofübergabe und der Altenteilerversorgung? Was wurde aus den nichterbenden Geschwistern, und welche Probleme ergaben sich beim Tod eines Ehepartners?

Diesen und anderen Fragen wollen wir, eingehend auf Ihre Interessen und Fragestellungen, in diesem Seminar nachgehen.