Dörfer unterm Hakenkreuz: Nationalsozialismus in der Ortsgeschichte

 

Die Zeit des Nationalsozialismus stellt einen außerordentlich wichtigen Abschnitt der jüngeren Geschichte dar. Im krassen Gegensatz zur Bedeutung dieser Epoche stehen jedoch Art und Umfang ihrer Behandlung in der Mehrzahl der erarbeiteten Chroniken. Oftmals beschränken sich die Ortschronisten zum Beispiel auf die Wiedergabe der Namen der Gefallenen auf dem örtlichen Kriegerdenkmal.

 

Die Vernachlässigung der NS-Zeit in den Ortsgeschichten ist besonders bedauerlich, da den Ortschronisten neben der Heranziehung von schriftlichen Quellen häufig auch die Befragung von Zeitzeugen möglich ist, an die professionelle Historiker kaum herankommen.

 

Welche Auswirkungen hatte die Politik des NS-Staates in den Dörfern und Gemeinden in Niedersachsen? Welche Entwicklungen sind insbesondere für ländliche Ortschaften in dieser Epoche charakteristisch? Wie finden wir im Ort und in den Archiven schriftliche Quellen über die NS-Zeit? Wie ermitteln und befragen wir Zeitzeugen, und wie gehen wir mit den oftmals einseitig gefärbten Erlebnisberichten um? Sollten wir uns darauf beschränken, die Quellen sprechen zu lassen, oder muss es uns vor allem darum gehen, eine wertende Darstellung abzuliefern?

 

Diese und andere Fragen werden wir, eingehend auf Ihre Interessen und Bedürfnisse, in diesem Seminar behandeln.